Großer Andrang: Im Innenhof des Hauses Kupferhammer lauschen die vielen Gäste den Klängen der Stadtkapelle. Die Veranstaltung stößt auf so große Resonanz, dass sie künftig fest im Kalender der Stadt etabliert werden soll. Fotos:Elisa Sobkowiak

„Die Resonanz des vergangenen und diesen Jahres gibt Veranlassung dazu, diese Veranstaltung in den festen Katalog der Stadt Warstein zu etablieren“ – Bernhard Enste, Vorsitzender der Freunde und Förderer des Hauses Kupferhammer, kam bei der zweiten Auflage der Museumsserenade der Stadtkapelle Warstein nicht ohne Grund zu seiner Einschätzung: Ungeachtet der Wetterprognose für Freitag Abend war der Innenhof des Hauses Kupferhammer bereits vor Beginn des Konzertes erfüllt mit heiterem Gemurmel, das dann schließlich beim Einstimmen der Musikinstrumente – erwartungsvoll gegenüber der anschließenden Darbietung – gänzlich verstummte. 

Komplett in schwarz gekleidet, hatten sich die Mitglieder der Stadtkapelle im Schutz der Bäume positioniert, um vor möglichen Wettereinbrüchen geschützt zu sein – ähnliche Spannung wie der Trommelwirbel, mit dem die Musiker das Open-Air-Konzert beim Heeresmarsch „Frei weg“ von Carl Latann feierlich beginnen ließen, erzeugte dann auch der zwischenzeitliche Nieselregen. 

Entprechend des zügigen Parademarsches aber hellte sich nicht nur die Stimmung der Zuhörer immer weiter auf, sondern auch der Himmel über der idyllischen Kulisse. Und noch eine weitere gute Nachricht gab es gleich zu Beginn der Serenade zu feiern: „Rolli ist wieder da“, freute sich allen voran Trommler und Moderator des musikalischen Abends Johannes Heer über die Rückkehr der verschwundenen Pauke. Absichtlich entführt wurden dagegen anschhließend die Musikliebhaber mit der Polka „Darf ich bitten bei schöner Blasmusik“ in ein symbolisches „Cabrio-Bierzelt“, wurden durch das facettenreiche Programm aus Medleys wie „Moment for Morricone“ oder dem besten Mix von ABBA immer mehr in Feierlaune versetzt und nicht zuletzt zum fröhlichen Mitschunkeln und -singen animiert. 
Debüt für die Jungen 

Immer ausladender wurden die Dirgierbewegungen Anna Knülles im Verlauf des Abends, die Klänge der Kapelle umso beschwingter. Und auch einige Überraschungen sollten noch auf das Publikum warten: Bei der zweiten Serenade gab nun auch das Jugendorchester unter Leitung von Jonas Knülle mit Melodien wie „Music Mill“ oder „Chinaman in Paris“ sein Debüt. „Je öfter man ein Stück übt, auf desto mehr musikalische Aspekte muss man achten“, verrieten Simon und Anna Tacke über die Herausforderungen bei den Proben. 

Von diesen ließen sich die jungen Musiker am Freitag Abend jedoch nicht beirren, ernteten für ihre Leistung begeisterten Applaus und bewiesen sich nicht zuletzt auch im Zusammenspiel mit dem „großen“ Orchester mit dem Stück „Dompfaff“ – bei dem vor allem anspruchsvolle Läufe seitens der Klarinetten in melodischen Kontrast zu kräftigen Paukenschlägen gesetzt wurden. 

Geübtem Handwerk widmete sich die Stadtkapelle zum Ende des Konzerts mit dem „Florentiner Marsch“ oder etwa „Tulpen aus Amsterdam“, sah sich anschließend gegenüber nicht enden wollenden Zugabe-Rufen. 
Crowdfunding-Ziel schon übetroffen 

Diese Wertschätzung für die Musiker spiegelte sich auch mit dem Überreichen eines Spendenchecks – im Rahmen der Crowdfunding-Aktion des Vereins für die Anschaffung von Allwetterjacken – von der Bürgerstiftung wider. „Dieses Kulturgut und vor allem den Nachwuchs muss man fördern“, begründete Josef Leßmann als Vorsitzender des Stiftungsrates die Begünstigung von rund 800 Euro. „Unser Spendenziel haben wir sogar schon übertroffen“, dankte Marcel Esser, erster Vorsitzender der Stadtkapelle, neben den zahlreichen Spendern vor allem Mitglied Sophie Fahney für die Organisation des Projektes. 

Sogar noch einen sommerlichen Sonnenuntergang erlebten die Gäste der Museumsserenade abschließend, als die Musiker mit dem traditionellen „Böhmischen Traum“ in den gemütlichen Teil der Veranstaltung überleiteten.

Quelle: DW