Suttrop.   Olympisch ging es am Wochenende im LWL-Festsaal zu. Und dabei standen keine Sportler, sondern die Musiker der Stadtkapelle auf der Bühne.

Noch einmal tief durchatmen, dann – nach einem strahlenden, motivierenden Lächeln Anna Knülles – erheben 40 Musiker gleichzeitig Instrumente und Schlagstöcke. Ein kräftiges Zusammenkrachen des bronzenen Beckenpaares und die zweite Auflage des Winterkonzerts der Stadtkapelle beginnt: Entsprechend des Anlasses ebenso feierlich das Eröffnungsstück im weihnachtlich geschmückten LWL-Festsaal, mit „Olympic Spirit“ von John Williams und damit der Fanfare der Olympischen Sommerspiele 1988 wartete die Kapelle gleich zu Beginn auf.

Dunkle Basstöne und Trommeln treffen auf den durchdringenden Klang der Triangel, gehen in eine harmonische, sich stetig wiederholende Melodie über. Noch ein wenig unsicher suchen die Musiker während des Stücks den Blick ihrer Dirigentin, dann ist die erste Hürde geschafft: „Was ist eigentlich der olympische Geist?“, fragte Marco Hesse anschließend in die Runde, der gemeinsam mit Johannes Heer wie auch schon im vergangenen Jahr den Konzertabend moderierte und den rund 250 Gästen im Festsaal Hintergrundinformationen „à la Wikipedia“ zu den einzelnen Stücken lieferte.

Willenskraft und der schöpferische Geist der Stadtkapelle – gemeint war Marcel Esser als erster Vorsitzender – seien laut Hesse eine übertragbare Parallele zwischen olympischen Wettkampf und dem Konzert am Samstag Abend. Ebenso willensstark präsentierte sich das Orchester auch bei dem darauffolgenden Titanic-Medley: „Ich habe lange darüber nachgedacht, wie ich dieses Stück ankündige“, so Hesse mit verheißungsvoller Stimme, „den Film finde ich genauso grauenhaft wie die Leiden des jungen Werthers – am Ende ist man einfach froh, wenn der Typ am Galgen hängt.“ Die entsprechende Musikliteratur der Titanic-Tragödie aber konnte nicht nur den Moderator bereits in den Proben überzeugen, sondern spielte sich sogleich auch in das Herz des Publikums. Der Einladung, gemeinsam mit der Stadtkapelle „mit 300 Sachen gegen einen Eisberg zu fahren“, folgte es gern.

Premiere für Jonas Knülle

Auch mit dem Rest des ersten Konzertteils wusste die Stadtkapelle zu überzeugen, bei „Herzflimmern“ von Jörg Bollin brillierten so Marcel Esser und Sebastian Lenze als Trompetensolisten, die Melodie anschließend nachgeeifert vom gesamten Orchester. Das bekam dann auch Unterstützung vom Jugendorchester. Unter musikalischer Leitung von Jonas Knülle, der an diesem Samstag erstmals die Bühne mit Taktstock statt Trompete betrat, begeisterten die Jüngsten etwa mit „Beauty and the Beast“ oder „Disney’s Magical Marches“. Leonard Kraß, Daniel Kunze, Simon Tacke und Benjamin Bonfigt gaben zwischen den Stücken humorvolle Einblicke in die Proben für das Konzert: „Dirigentin Anna waren wir zu anstrengend, deswegen sind wir froh, dass Jonas es mit uns aushält.“